Tapezieren erfordert gute Vorbereitung und eine gute Arbeitsstruktur zur Fertigstellung. Mit dieser hier gezeigten Reihenfolge der Arbeitsschritte tapezieren Sie Ihren Raum ansprechend und haltbar. Nutzen Sie die Material- und Einkaufslisten bereits während der Planungs- und Vorbereitungsphase!

Den Raum für das Tapezieren vorbereiten

1. Ermitteln Sie die Höhe und Länge aller Wände, die Sie im Raum tapezieren möchten. Hierzu gehören auch Einzelangaben zu den Abmessungen Ihrer Türen, Fenster und eventueller Wandnischen. Aus den Gesamtmassen erhalten Sie die Menge an Tapete*, welche Sie für Ihr Projekt einkaufen müssen. Seien Sie hierbei ruhig etwas großzügig, vor allem, wenn Sie gemusterte Tapeten professionell verarbeiten möchten. Achten Sie bei Mustern aber darauf, dass diese zum Beispiel einen kleinen oder winkligen Raum nicht optisch „erdrücken“.

2. Kaufen Sie Tapete der gleichen Partienummer in der vorberechneten Menge ein. Nutzen Sie für den Gesamteinkauf die nachfolgende Werkzeug- und Materialtabelle.

3. Die Mengenangaben für den Tapezierkleister* entsprechen Quadratmetern. Kaufen Sie hiervon besser eine kleine Reservemenge, um auch stark saugende Tapeten flächendeckend einkleistern zu können.

4. Boden und im Raum verbleibende Gegenstände decken Sie komplett mit der Abdeckfolie ab. Auch Tür- und Fensterrahmen sowie Scheuerleisten müssen Sie mit Malerkrepp abkleben. Die Abdeckungen von Steckdosen und Lichtschaltern schrauben oder stecken Sie ab und entfernen diese ganz aus dem Raum bzw. vom Tapezier Bereich.

5. Perforieren Sie die alte Tapete mit der Stechwalze, oder dampfen Sie diese ein und ziehen Sie sie von der Wand ab. Hartnäckige Reste lassen sich mit einem Spachtel gut abschaben.

6. Ist die Wand tapetenfrei, kehren Sie diese gründlich (und trocken) ab, schleifen leichte Unebenheiten mit Schleifpapier glatt und verspachteln alte Bohrlöcher und oder Risse mit der Spachtelmasse. Verspachtelte Stellen müssen Sie gegebenenfalls nach dem Trocknen ebenfalls glattschleifen.

7. Wände aus Gipskarton oder sandigen Untergrund behandeln Sie nun mit einer Grundierung, um eine gute Haftung der neuen Tapete vorzubereiten.

Nötiges Tapezier Werkzeug und -material für Ihr Projekt

Einige der hier genannten Werkzeuge und Materialien benötigen Sie zur Vorbereitung Ihrer Arbeiten, alle anderen zum Auftragen und Befestigen der Tapete.

  • Abdeckfolie und Malerkrepp
  • Bleistift und Stechwalze
  • Tapetenlöser oder Dampfgerät* zum Entfernen alter Tapete
  • Spachtel und Schleifpapier
  • Tapeziertisch und Teppichmesser
  • Bürste und Eimer für den Kleister
  • Lot und Wasserwage*
  • Kantenroller und Tapetenbürste
  • Pinsel, Zollstock und Einwegspritze

Diese weiteren Materialien sind nötig

a) Tapete und Tapetenkleister

Kaufen Sie bei gemusterten Tapeten mehr, als dies vom Hersteller hinsichtlich der Quadratmeter angegeben ist. Abhängig vom Muster haben Sie für ein schönes Ergebnis Verschnitt. Berechnen Sie diesen auch in Tür- und Fensterbereichen ein. Ebenso müssen Sie beim Tapetenkleister besser etwas mehr als für den Bedarf angegeben bereitstellen.
b) Spachtelmasse

Diese benötigen Sie nach dem Ablösen der alten Tapeten. Bei diesem Arbeitsgang können kleine Risse entstehen. Auch Bohrlöcher von abgeschraubten Gegenständen müssen nun verspachtelt und geglättet werden.

c) Eventuell Grundierung

Diese benötigen Sie auf Wänden aus Gipskarton oder auf sandigen Oberflächen. Streichen Sie solche Wände vor dem Neu Bekleben komplett mit der Grundierung ein. So erhalten Sie einen tragfähigen Grund für einfache oder Spezialtapeten.

 

Der Grundablauf beim Tapezieren

Der zu tapezierende Raum muss frei von Zugluft sein, um eine Blasenbildung beim Trocknen der Tapete zu vermeiden. Planen Sie den Tapezier Ablauf von der hellsten Ecke im Raum, und arbeiten Sie sich in Bahnen vor.
Rollen Sie die Tapete mit der Rückseite nach oben auf dem Tapeziertisch aus. Hier können Sie diese fixieren und zuschneiden, mit einem kleinen Überstand von 5 cm für den nötigen Verschnitt.
Tragen Sie reichlich Kleister auf der zugeschnittenen Tapetenbahn ein. Schlagen Sie das obere und untere Ende zur Bahnmitte ein. Wie lange der Einweichprozess nun dauern muss, beschreibt die Herstellerangabe zur jeweiligen Tapetensorte genau.

Anschließend klappen Sie die obere Tapetenhälfte auf und bringen diese mit einer Zugabe von ca. 2 cm am oberen Wandabschluss an. Benutzen Sie ein Lot, damit die Bahn gerade ausgerichtet ist. Korrigieren Sie erst, bevor Sie mit dem Festkleben beginnen.

Fahren Sie nun mit der Tapetenbürste von oben nach unten und seitwärts von der Mitte zu beiden Kanten über die Tapetenfläche, um diese an der Wand festzukleben. Befestigen Sie die Tapetenkanten anschließend gründlich mit dem Kantenroller. Drücken Sie dabei weniger auf, falls Ihre Tapete ein Prägemuster hat. Schneiden Sie mit dem Messer überstehende Zugaben am Decken- und Bodenabschluss ab.

Tipps für knifflige “Tapezierfälle“

  • Sind Ihre Wände gerade, kleben Sie Bahn neben Bahn „auf Stoß“. An schiefen Wänden sollen die Bahnen um ca. 1 cm überlappen.
  • Tapezieren Sie die Bereiche für Ihre Steckdosen und Lichtschalter mit. Markieren Sie die Stellen, und schneiden Sie nach dem sicheren Trocknen der Tapete die Ausschnitte wieder auf.
  • Falls Ihre Tapete nach dem Trocknen blasig ist, haben Sie zwei Möglichkeiten der Korrektur. Falls zu wenig Kleister der Grund ist, spritzen Sie etwas davon an den betroffenen Stellen nach. War zuviel Kleister auf der Rückseite, drücken Sie den Überschuss durch ein vorsichtig gestochenes, kleines Loch wieder aus der Blase heraus.

Eine Alternative zu neuer Tapete: Die alte reinigen

Ein Reinigungsversuch kann helfen wenn die Tapete nur einzelne Verschmutzungen oder Flecken aufweist.

Fettflecken – Lösung: Kreidepulver

Kreide löst Fettreste und bindet diese. Es kann helfen den Fettfleck mit gewöhnlicher Schulkreide einzureiben und einen Tag einwirken zu lassen. Anschließend kann die behandelte Stelle mit einem Küchentuch oder einer weichen Bürste abgewischt werden. Bei hartnäckiger Verschmutzung kann die Wiederholung der Prozedur helfen.

Starke Verunreinigung – Lösung: Chlorreiniger

Bei starker Verschmutzung z.B. rund um Lichtschalter oder Steckdosen ist eine verdünnte Lösung von Chlorreiniger anzuraten. Um den Chlorreiniger nicht zu tief in den Untergrund zu reiben empfiehlt es sich statt eines Lappens einen weichen Pinsel zu verwenden und die Lösung nur leicht aufzutupfen. Danach tupfen Sie die Stelle trocken. Da Chlor ätzt, sollten Sie dabei unbedingt Schutzhandschuhe tragen.
Hinweis vom Spezialisten: Besitzen Sie eine Fototapete die hochauflösende und gedruckte Motive enthält, ist vom Chlorreiniger unbedingt abzuraten, so der Fototapeten Hersteller LanaKK. Hier Sollten Sie versuchen die Fototapete vorsichtig mit einem angefeuchteten Microfasertuch und kleinen Kreisbewegungen zu reinigen.

Leichte – mittelschwere Verunreinigung – Lösung: Radiergummi

Bei der Reinigung kleiner dunkler Flecken an hellen Tapeten eignet sich ein Radiergummi. Dazu reiben vorsichtig in kreisförmigen Bewegungen über den Fleck. Dabei sollte sich der Fleck nach und nach auflösen.

Die Anwendung aller Methoden kann im Härtefall auch wahre Wunder bewirken.
Nun viel Erfolg bei der Arbeit und Freude am Ergebnis!

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